für SängerInnen, SchauspielerInnen und TänzerInnen
Grundlage der Kurse bildet die „Dissertatio de actione scenica“
von Franciscus Lang (1654-1725)
Leben
Der Jesuitenpater Franciscus Lang war Professor für Rhetorik und
Poetik. Hauptsächlich lehrte er an Bildungsstätten der Jesuiten
in Bayern. Lang betreute die Arbeit an Schulbühnen, fungierte als
„Chorag“. Er war Spielleiter, Dramatiker und Schauspiellehrer.
Das Schultheater der Jesuiten erfüllte zum einen seine Aufgabe
im Zuge der Gegenreformation – es propagierte den katholischen
Glauben. Zum anderen galt das Schultheater als pädagogisches Mittel:
Die Zöglinge sollten so rhetorische Fähigkeiten und eine körperliche
Beredsamkeit erlernen.
Lang gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der spätbarocken
Jesuitendramatik. Innerhalb von 30 Jahren hat er etwa 120 eigene Produktionen
auf die Schulbühne gebracht. Aus seinen Erfahrungen als Chorag
hat Lang das Lehrbuch der Schauspielkunst verfasst „Dissertatio
de actione scenica“ (Abhandlung über die Schauspielkunst).
Es erschien 1727, zwei Jahre nach dem Tod von Lang in lateinischer Sprache.
„Dissertatio de actione scenica“
Im Lehrbuch „Dissertatio de actione scenica“ definiert er
die Schauspielkunst als die „Schickliche Biegsamkeit des Körpers
und der Stimme, die geeignet ist, Affekte zu erzeugen“. Die Affektdarstellungen
gehen auf die Rhetorik-Regeln Cicero’s und Quintilian’s
zurück. Im Sinne des Theatrum mundi – der Welt als Bühne
– und des Mimesis-Gedanken Aristoteles’ forderte Lang vom
Schauspieler eine Nachahmung der Natur. Da die Gestik des Menschen jedoch
„roh und ungepflegt“ sei, müsse sie durch die „Kunst
verfeinert und zur Eleganz ausgebildet werden.“ Sein Buch befasst
sich mit der sogenannten Chirologie (Hand- und Fingersprache) sowie
der Chironomie (Handbewegungen und Gesten).
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